FAMILIEN-BANDE
Paris, London, Rome, das könnte ein ganz normaler Jetset-Ausflug werden, lägen diese Städte nicht in den US-Bundesstaaten Virginia, Ohio und New York. Und auch das Dolce Vita dort scheint bei nicht mal 35.000 Einwohnern insgesamt deutlich begrenzt zu sein. Was also ist los mit den armen Verwandten in der Neuen Welt? Und warum kümmern sich ihre vor Reichtum strotzenden großen Brüder und Schwestern nicht besser um sie?

Es könnte an der Stromversorgung liegen. Denn 110 Volt weniger lassen auch die feurigste Liebe irgendwann erkalten. Und ist die Spannung erst heraus, zersetzt die routinierte Langeweile selbst die allerbesten Vorsätze. Doch solange der Funke noch glüht oder nur glimmt, vermag er auch noch überzuspringen. Und das entfacht dann die vielbesungenen unbegrenzten Möglichkeiten.

Das 1. DEUTSCHE STROMORCHESTER hat diese unbegrenzten Möglichkeiten schon längst entdeckt. Jedoch an einem nicht zu erwartenden Ort, der Alten Welt: Europa. Aber weder das Orakel von Delphi, noch ein weißer Stier, sind wirklich notwendig, um zu erkennen, dass „size matters“, dass 110 Volt mehr eben auch 110 mal spannender sein können.
Doch kann ein schneller elektrisierender Flirt wirklich die Traditionen und Werte des Lebens aufwiegen? Auch die buckelige Verwandtschaft bleibt Familie und man muss nicht erst Sizilianer werden, um herauszufinden, auf wen man sich am Ende des Tages dann verlassen kann.
So schlägt das 1. DEUTSCHE STROMORCHESTER eine elektronische Brücke zwischen der alten und der neuen Welt, zwischen dem Ikonesken und den Ikonen selbst. Räumlich, musikalisch, historisch, elektrisch.
ELECTRO-ICONIC BRIDGE
Die Klänge der ELECTRO-ICONIC BRIDGE werden im wesentlichen durch den Einsatz elektronischer und elektrischer Musikinstrumente und Geräte geprägt, die seit der Erfindung der elektronischen Musik oder auf dem Weg dorthin entstanden sind.
Gleichzeitig werden sie zu den Orten assoziiert, an denen sie entwickelt wurden: Trautonium/Berlin, Ondes Martenot/Paris, Theremin/Moskau, Hammondorgel/New York, Electric Tricycle/London, Mikro- und Telefon/Florence.
DIVINITY/7. SINFONIE
Doch das Neue kann nur auf dem Alten entstehen, selbst wenn es mit ihm bricht. Das wusste schon Dante, als er uns vom Diktat des Lateinischen befreite. Hätte er sich vor 750 Jahren direkt auf einer elektrischen Heizdecke räkeln können, hätte der kleine Durante sicherlich keine Einwände gehabt. Und somit ist die 7. Sinfonie für Stromorchester von Rochus Aust der Commedia Dantes nicht nur gewidmet, sondern folgt ihr gewissermaßen auch strukturell: während Fegefeuer und Paradies allabendlich konstant bleiben, wird die Hölle bei jeder Au?ührung entlang eines ihrer 34 Gesänge neu inszeniert und uraufgeführt.
Denn auch das elektronische Hölleninstrumentarium ist seit dem Mittelalter erheblich spezifiziert worden.